Mineralien im Alpstein

Vortrag von Dr. Michael Soom , vom 22. Februar 2008

 


Alpstein

Der Alpstein befindet sich zwischen dem St. Galler Rheintal, der Talung von Wildhaus und dem Toggenburg in den Kantonen Appenzell und St. Gallen. Die höchste Erhebung ist der Säntis mit 2'502 m ü.M. Der Alpstein liegt – geologisch betrachtet – im Verbreitungsgebiet der Helvetischen Decken (Säntis-Decke, Schuppenzonen von Wildhaus und Brülisau), die von nordpenninischem Flysch überlagert werden und auf die Subalpine Molasse aufgeschoben sind. Die Gesteinsserien der Säntis-Decke sind aus Kalken, Mergeln und Tonschiefern der Kreide und eozänen Sandsteinen und Schiefern aufgebaut. Die Subalpine Molasse besteht hauptsächlich aus gebankten Sandsteinen mit Mergeln und Konglomeraten (Nagelfluh).

In tektonisch gebildeten Klüften des Alpsteins sowie der nördlich angrenzenden Subalpinen Molasse wurden 13 verschiedene Mineralarten bestimmt. Es handelt sich dabei um die folgenden Mineralien (in alphabetischer Reihenfolge): Aragonit, Baryt, Calcit, Chalcedon, Dolomit/Ankerit, Fluorit, Gips, Hämatit, Pyrrhotin, Pyrit, Quarz, Realgar, Strontianit. Daneben treten im Gestein eingeschlossen postdiagenetisch-synsedimentäre Bildungen der Eisensulfide Pyrit und Markasit auf.

Die Mineralien können mehreren Paragenesen zugeordnet werden:

Die weitaus häufigste Mineralart ist Calcit, der von Baryt, Dolomit/Ankerit, Pyrit und spärlichem Quarz begleitet wird und in derben Adern, Klüften und Spalten an über 50 Fundorten in den Helvetischen Decken und der Subalpinen Molasse auftritt; die Kristalle erreichen Grössen von > 10 cm.

„Öhrli-Diamanten”

Quarz ist mit Calcit und Dolomit/Ankerit in Dehnungsklüften der Helvetischen Decken weit verbreitet und von > 20 Fundstellen beschrieben. Er tritt in der Ausbildungsform prismatisch bis spitzrhomboedrischer Kristalle < 1 cm Grösse auf, die reich an Erdöleinschlüssen sind sowie in der kurzprismatischen Form der sog. „Öhrli-Diamanten”, die Einschlüsse von Methan enthalten und Grössen von bis zu 2.5 cm erreichen.

Fluorit

Grüne und blassviolette Kristalle von Fluorit mit Kantenlängen von bis 10 cm finden sich zusammen mit kleinen Quarzkristallen und Calcit mit speziellen Zwillingsbildungen gehäuft in einem engen Fundgebiet bei Dürrschrennen-Chobel sowie an über 5 weiteren Fundorten; vielfach besteht ein Bezug mit steilverlaufenden Brüchen, welche eine bevorzugte Wegsamkeit für Fluor-haltige hydrothermale Lösungen während der Mineralbildung boten.

In einem kleinen Fundgebiet beim Blattenberg im St. Galler Rheintal treten ebenfalls in steilen Brüchen Chalcedon mit Dolomit und Quarz auf, wobei der Letztgenannte oft Zepterbildungen aufweist.

Die Mineralart Hämatit findet sich als Erzimprägnation sowie entlang von Gleitflächen angereichert in eozänen Sandkalken an über 5 Fundstellen in der Schuppenzone von Brülisau am Nordrand der Säntis-Decke.

Dr. Michael Soom

(Mineralienfotos: Thomas Schüpbach)

 

Literaturhinweis:
Von Michael Soom und Peter Kürsteiner ist 2007 im Appenzeller Verlag Herisau das Buch „Mineralien im Alpstein” erschienen. Es kann bei der SVSMF-Geschäftsstelle oder über die Autoren bezogen werden.

Weitere Auskünfte erteilt:
Michael Soom
Hanfgarten 93
3412 Heimiswil
Tel 034 422 11 61.

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