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Der Begriff „Supervulkan” ist erst in den letzten Jahren wissenschaftlich genau definiert worden. Er bezieht sich auf Vulkane mit einer unglaublich hohen explosiven Energie und einer Fördermenge von über 1000 km3 vulkanischen Materials. Die Menschheit hat noch nie einen derartigen Vulkanausbruch erlebt. Man glaubt aber, dass sich vor 640 000 Jahren (und auch schon früher einmal) ein derartiger Vulkanausbruch im Gebiet des Yellowstone Nationalparks ereignet hat. Der Name Yellowstone hat verschiedene Bedeutungen, aber immer bezieht er sich auf ein Gebiet, das über 2000 m ü. M. im Nordwesten des USA-Staates von Wyoming liegt: Es ist der älteste Nationalpark der Welt (1872), es ist ein See (etwa 60% der Grösse des Genfersees), ein Fluss (der in den Missouri und mit diesem in den Mississippi fliesst) und es ist der Name für einen Supervulkan mit einer Caldera von 80 x 50 km (siehe oben). Der Vulkan ist nicht erloschen, befindet sich aber in einer Ruhephase. Viele Wissenschaftler sind seit Jahren damit beschäftigt, den Vulkan genau zu beobachten: sein seismisches Verhalten, den Ausstoss von Gasen (H2O, CO2 u.a.), die langsame Verformung der Caldera, d.h. die langsame Bildung von zwei neuen Domen innerhalb der Caldera und die genaue Beobachtung des grössten Geysir-Feldes der Erde, das verrät, dass im Untergrund basische und saure Magmenkörper langsam nach oben drängen. Der Referent hatte sich vor Jahren (1986 und 1992) zweimal während mehrerer Tage im Yellowstone Nationalpark U.S.A. umgesehen und viele Bilder heimgebracht. Im Vordergrund stand nun die Präsentation dieser Bilder in Beziehung zu den neusten Theorien. Etwas ist sicher, der Vulkan im Yellowstone Nationalpark ist noch lange nicht erloschen. Jeder Geysir funktioniert nur solange, als im Untergrund eine Wärmequelle existiert, welche die Voraussetzung bildet, dass ein Geysir überhaupt ausbrechen kann. Geysire sind fantastische Naturerscheinungen. Einige von sehr vielen sind im Bild vorgestellt worden. So vor allem der Old Faithful (der „alte Getreue”), der alle paar Stunden regelmässig ausbricht und mit seiner gewaltigen Wasser- und Dampf-Fontäne die zahleichen Besucher, die sich nun seit über hundert Jahren regelmässig im Yellowstone-Nationalpark einfinden, immer wieder in Verzücken versetzt. Das gleiche ist zu sagen vom Castle Geyser mit seinem Burg-ähnlichen Unterbau aus Kiesel-Sinter („Geysirit”), vom „Echinus-Geyser”, der für den Besucher insofern überraschend ist, als er seine Fontänen in verschiedene Richtungen leitet, vom unermüdlichen “Riverside-Geyser”, und ganz besonders auch vom „Great Fountain Geyser“, der mit seinem Kieselsinter-Unterbau mit einem römischen Brunnen verglichen werden kann. – Eine besondere Erscheinung sind zudem, die heissen „Mud Pots”, kochende Schlammtöpfe. Der „Vulkan” Yellowstone stösst noch heute ununterbrochen heisse Gase aus, pro Tag unter anderem an die 45 000 Tonnen CO2, damit ist er vermutlich der schlimmste natürliche Luftverschmutzer der Erde - und damit hat er das unterliegende Gestein (= Rhyolith, das vulkanische Gegenstück zu Granit) hydrothermal, tiefgreifend verändert. Die sehr malerischen gelb-braun-roten Gesteine sind im Canyon des Yellowstone Rivers einzusehen, und dies unterhalb des grossen Wasserfalls mit einer Sturzhöhe von 94 m. Eine Sehenswürdigkeit im Yellowstone Nationalpark sind auch die Sinterterrassen von „Mammoth Hot Springs”. Diese liegen nicht mehr in der Caldera des Vulkans, sie sind aber immer noch wesentlich von der Wärmeanomalie des Yellowstone beeinflusst. Der Untergrund besteht hier nicht mehr aus silikatischen Gesteinen und Magmen, sondern zum grossen Teil aus Kalk. Die grossen neben- und untereinander gestapelten Becken, die hier das heisse Quellwasser aufnehmen, bestehen deshalb aus Kalksinter. Fauna und Flora sind im Yellowstone-Park vollständig geschützt. Jede landwirtschaftliche Nutzung im Park-Areal ist untersagt. So leben hier noch Bären, Bisons und Kojoten, verschiedene Reh- und Hirscharten und viele andere Tiere. Einschränkungen sind deshalb den Besuchern auferlegt – aber jedermann kann hier trotzdem sehr beeindruckende Bilder ebenfalls von Tieren und Pflanzen erhaschen –und auch solche wurden am Vortrag gezeigt. Prof. Dr. H.A. Stalder |
Hier noch einige Verweise auf Internetseiten zum Thema:
http://www.aristov.com/photo/natu/yell/
http://www.nps.gov/yell/photosmultimedia/yellowstonelive.htm
http://www.volcanodiscovery.com/volcano-tours/stromboline/vulkane.html